Genau der war heute! Was das sein soll? Nun, alles fing damit an, dass ständig Leute auf meinem Blog landeten, die nach „Brothund“ suchten. Und irgendwann habe ich mal leichtsinnigerweise dahingesagt, dass ich einen backen würde. Zack, schon war ich festgenagelt, denn BigPI (der Meisterfilmer! Ich durfte ja sogar schon an einem seiner Werke mitwirken!) kam auf die Idee. einen Brothund in einen seiner Filme einzubauen.
Zumindest kann BigPI sich rühmen, dass er der erste Mann ist, der es geschafft hat, mich zum Backen zu bringen. OK, es ist kein richtiges Backen, sondern ich habe natürlich Fertigbackmischung genommen, aber es ist doch so etwas in der Richtung, also artverwandt, meint Ihr nicht auch? Nicht mal Rahmi erwartet solche Sachen von mir.
Was soll ich sagen? Ich bin gescheitert. Das war nicht anders zu erwarten. Selbst Blinkbackfeuer, der viel mehr Erfahrung als ich hat, hatte ja bei seinem ersten Versuch noch nicht den Idealzustand erreicht. Da ich aber auch ein Scheitern für bloggenswert halte, hier mein Bericht.
Ich wählte also eine Backmischung namens „Roggen-Dinkel-Brot“. Was mit Dinkel sollte schon sein wg. Daggi der Dinkelschnitte und so. Zunächst entschied ich, nur die Hälfte des Packungsinhaltes zu „verbacken“, damit ich noch Material für einen zweiten Versuch in Reserve habe. Dann griff ich zu einer Schüssel (ich nenne sie aufgrund der Farbe auch „den Ferrari unter den Schüsseln“) und kippte Teigpulver sowie die angegebene Menge Wasser hinein (natürlich geteilt durch zwei, denn halbe Menge Teig = halbe Menge Wasser. Oder? Ich bin ja nicht vom Fach).

Dolle Pampe, was? Die nächste Anweisung hieß, das Ganze mit einem Handrührgerät auf höchster Stufe 3 Minuten zu verrührten. Hab ich widerspruchslos ausgeführt, danach sah das ganze Gemantsche so aus. Lecker ist anders.

Anschließend sollte der Teig eine halbe Stunde mit einem Tuch abgedeckt und an einen warmen Ort abgestellt werden. Wo bekommt man denn zur Zeit in Hamburg einen warmen Ort her, bitte schön? Nicht, dass mich das Wetter stört, ganz im Gegenteil, ich mag die Kühle. Jedenfalls sollte sich das Volumen während dieser 30 Minuten entscheidend vergrößern. Hier wurde Berlusconi, der mal wieder zu Besuch war, sehr hellhörig.

Ich sagte zu ihm, dass es nichts nützen würde, wenn er sich 30 Minuten ein Tuch übern Kopf stülpte, um sein Hirn zu vergrößern. Er dachte natürlich sowieso mehr an einen anderen Körperteil. Ich schnitt ihm ein kleines Tuch (5 cm²) aus einem Tempotaschentuch zum Experimentieren zurecht und deckte danach den Teig ab.

Geschirrtücher in diesem hübschen Rot-orange habe ich vor einigen Jahren in Dänemark gekauft. Nun hieß es also, 30 Minuten geduldig zu warten. Berlusconi meinte, dass man sich ja solange die Zeit mit was anderem vertreiben könne, ca. 30-mal. Keine Ahnung, was er meinte, ich wusch jedenfalls schon mal die Tomaten und Limetten ab, ich hatte nämlich beschlossen, zu dem Brot — sollte es denn essbar sein — Tomaten zu essen und natürlich einen XXL-Caipi zu trinken.

Tomaten. Limetten!!!!!!!! Ich hau hier jetzt so gut wie jedes Foto rein, ganz wie in einem Foodblog.
30 Minuten waren um. Das Volumen meines Teigs hatte sich nicht im mindesten vergrößert. Berlusconi betrachtete sich die Bescherung und murmelte, dass er das Problem kenne. Die Pampe sollte dann auf ein gefettetes Blech oder auf Backpapier drapiert und mit Wasser bestrichen werden.
Ich hatte ja die Zusatzaufgabe, dem Ganzen die Form eines Hundes zu geben. Ich musste an dieser Stelle lernen, dass dieser Teig verdammt zäh an den Fingern klebte. So was von hartnäckig-anhänglich. Ich hatte wohl die falsche Konsistenz fabriziert, Mist. Das Ganze sah wirklich übel aus:

Äh… ja. Das Zeugs sollte man nochmals abdecken und 40 Minuten an einen warmen Ort legen. Die mit ihrem warmen Ort! Ich wählte dieses mal ein orange-weiß-kariertes Geschirrtuch, käuflich in Deutschland erworben, ach, habe leider kein Foto davon, so ein Ärger aber auch! Berlusconi brabbelte noch was in der Richtung, dass man ja die 40 Minuten 40-mal was anderes… aber vergessen wir das, an dieser Stelle hatte ich ihm mittels eines gezielten Schlags eh die Fähigkeit zur verbalen Kommunikation genommen. Leider nur vorübergehend. Der ist zäh, ist wohl so was gewöhnt.
Zwischenstand: Ein Brothund (oder auch was ganz anderes) entsteht in der Hitze des Backofens:

Gnampf geht anders. 50 Minuten sollte man das Werk im Backofen lassen und die Temperatur nach 10 Minuten von 230 auf 200 Grad reduzieren. Den Spruch von Berlusconi, wie man die Wartezeit überbrücken könnte, erspare ich Euch und mir jetzt einfach mal.
Irgendwann waren die 50 Minuten um. (ca. 10-mal den Berlusconi niedergeschlagen, auch eine Art, seine Zeit zu vertreiben.)
Zur Feier des Tages und zu Ehren des Brothundes drapierte ich ihn auf einem Teller mit Goldrand. Feudal! Wie bei den zu Guttenbergs!

Beachtet bitte das Auge und die dunklen Pfoten. Nach menschlichem Ermessen ist das Experiment total fehlgeschlagen. Andererseits: Auf Knäcke IV sehen die Hunde GENAU SO (!!!) aus. Allerdings heißen Hunde bei uns nicht Hunde, sondern Zwirffelknupfeln. Aber egal.
Stehen kann der auch:

Links ist übrigens vorne, das schmale ist die Schnauze, und der kleine Knubbel auf’m Kopf soll ein Ohr sein. Das rechts ist die Rute. Leicht kupiert, würde ich sagen. Rasse: Eine Kreuzung zwischen Portugiesischem Wasserhund, Golden Retriever, Dackel, Dänischer Dogge und einem seltsamen Straßenköter.
Während des Abkühlvorgangs den Berlusconi weitere dreimal ins Reich der Träume geschickt und dieses hier zubereitet:

Das konnte ich! Das ist meine Kernkompetenz! Yesssss! Danach habe ich doch tatsächlich riskiert, das „Brot“ zu verzehren, Butter, Tomaten und Basilikum waren auch mit im Spiel. Von dem Gemetzel habe ich kein Foto geschossen, auch um zarte Seelen zu schützen… Schmeckte aber gar nicht soooo übel.
So, für einen weiteren Versuch brauche ich Profitipps. Blinkfeuer, wie kann man es verhindern, dass einem der Teig so sehr an den Fingern klebt? Soll man seine Hände vorher einfetten? So ist jedenfalls kein vernünftiges Modellieren möglich gewesen…
Ich sag’s aber gleich: Kein neuer Versuch dieses Wochenende. Ich darf nicht zu häufig und lange in der Küche stehen, ich habe ein bisschen Angst vor dem Eva-Herman-Giulia-Siegel-Syndrom…
Meine Güte, wie peinlich. BigPI, großer Meister, Sie planen nicht zufällig einen HORROR-Film? Ich hätte da die Idealbesetzung für einen BROTHUND DES GRAUENS.