Nun also endlich der versprochene Bericht. Nachdem ich hier schon lang und breit in den letzten Tagen, Wochen und Monaten verkündet hatte, dass das arme Monster von einem „runden“ Geburtstag heimgesucht wird, war also Dienstag der Tag des Grauens. Ich befürchtete das Schlimmste. Nicht die Null war mein Problem, sondern Gerede à la „Das muss aber groß gefeiert werden“ und ähnliches.
So schlimm kam es dann zum Glück nicht. Die meisten Leute kennen mich halt doch mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass es gesünder ist, mich nicht mit so was zu nerven.
In der Irrenanstalt war überall rund um meinen Arbeitsplatz glitzerndes Konfetti gestreut, natürlich auch auf dem Stuhl und dem Fußboden. Arme Putzfrau! Gut, dass jemand den Staubsauger erfunden hat!
Zum Arbeiten kam ich zunächst nicht so richtig. Schön war der Ausruf: „Wo ist das alte Weib???“ Gegenfrage: Wo ist der Respekt vor der künftigen Weltherrscherin? Da machste was mit. Apropos alt, wann stellt sich Altersweisheit ein? Ich hatte fest damit gerechnet. Mist.
Und eine Frage: Gilt die Höflichkeitsformel, Frauen nicht nach ihrem Alter zu fragen, nicht mehr? Habe ich nur eine Fußnote oder das Kleingedruckte übersehen? („Gilt nicht bei hässlichen Frauen“ o. ä.) Nicht, dass es mich stört, fiel mir nur so auf. Dialog:
Fragender: „Und wie alt sind Sie geworden?“
Monster: „Siebzig!“
Fragender: guckt verwirrt
Monster: „Man sagt doch, dass man so alt ist, wie man sich fühlt, und mit der Irrenanstalt sieht man nicht besser, aber altert schneller.“
Egal. Kurz und gut, der Tag verlief glimpflich. Geschenkeschwerpunkt dieses Jahr: Bücher. (Wie letztes Jahr. Und vorletztes Jahr. Und eigentlich jedes Jahr.) Ich muss unbedingt wieder mehr lesen!
Privat hatte ich ja auch so meine Prüfungen zu bestehen. Schon einige Tage vorher war ein großes Kuvert im Briefkasten. Es war von der Wunderbaren Welt des Wissens, und es kostete mich wahnsinnig viel Disziplin, den Umschlag nicht vor der Zeit aufzureißen! Aber ich blieb standhaft. Selbstbeherrschung, wie sich das in einem würdigen Alter gehört. Früher war ja kein verstecktes Geschenk vor mir sicher. Ich fand sie alle schon lange vor der Geburtstags- oder Weihnachtszeit. Aber da war ich noch ein Kind…
Guckt mal hier:
Ein Doodlebuch! U. a. mit mehreren Büro-Bingo-Varianten! Fast bedauerte ich, dass ich diese Woche nicht so viele Besprechungen hatte. Und dann auf der rechten Seite die Monsterfratzen. Die haben es mir natürlich angetan, sind ja meine Artgenossen. Tolles Geschenk! Danke, liebe Welt des Wissens.
Montag kam dann ein Paket. Dank meines effizienten Spionagerings wusste ich, dass es aus südlicheren Gefilden kam. (Trudi hat auf die Absenderdaten geguckt. Schlaues Huhn.) Also Alarmstufe orange, Code Panik! Süden — Bayern — Krötengeneral. Ihr wisst Bescheid? Zunächst trommelte ich mein hochqualifiziertes Bombenentschärfungskommando zusammen. Habe ich ja alles hier in der Welteroberungszentrale. Es handelt sich um Grzuffelwrisselsnaff, ein sog. Leomonster von Knäcke IIXX und um Redpecker, ein talentiertes Küken.
(„Grzuffelwrisselsnaff und Redpecker, Ihr geht mal eben kurz ins Internet und macht Euch in Sachen Bombenentschärfung schlau! Und guckt auch mal wegen Anthrax und so was!“) Lucius Malfoy, den ich vorsichtshalber als Unterstützung dazu holte, und ich stellten das Paket erst mal auf eine feuerfeste Unterlage im Garten der Welteroberungszentrale.
Redpacker fragte erst mal, was wir von seinen Ringelsöckchen hielten. Grzuffelwrisselsnaff lehnte sich erschöpft an das Paket. Rasputin, der Sprengstoffschnüffler, schnüffelte kurz und meinte: „Keine Schweineohren drin!“
Vorsichtig öffnete ich das Paket. Ich hatte Angst. Was, wenn wirklich eine Briefbombe, Anthraxpulver oder — viel schlimmer — FCB-Fanartikel enthalten sein sollten???
Zunächst nur der Befehl, „grüß Gott!“. Ja, kein Problem, werde ich beim nächsten Götterstammtisch ausrichten. (Ich erwähnte hin und wieder ja schon, dass ich entfernt mit den griechischen Göttern verwandt bin.)
Während Grzuffelwrisselsnaff die Verpackungschips auffraß, wühlte ich mich weiter ins Innere des Pakets vor, immer noch FCB-Artikel fürchtend.
Doch zunächst erblickte ich eine CD in einer pinkfarbenen Hülle. Lady-Gaga-Musik?
Der Test:
Das Resultat: Pinke CD-Hülle ist sauber. Rosa Wabenball der Flachlandhutze nicht.
Weiter ging’s. Das Paket war ja noch laaaange nicht leer! Der Herr Krötengeneral hat sich nicht lumpen lassen.
Es wurde puschelig! So richtig flauschig!
Ein kuscheliges Fröschlein! Ich war hin und weg! Puscheligkeit ist wohl so eine kleine Schwäche von mir. An dieser Stelle meldete sich das erste Mal Lucius (ich nenne ihn Lu) zu Wort.
Lu: „Hast Du Dir eigentlich schon mal überlegt, was es mit diesem Geschöpf auf sich hat?“
Ich: „Wie? Das Fröschlein ist flauschig! Wie wollen wir es nennen?“
Lu: „Frosch! Kröte! Kommt vom Krötengeneral! Überleg doch mal!“
Ich: „Krötengeneral, überleg doch mal, hey, das reimt sich. Lu, Du bist ein Poet, hach!“
Lu: „Es könnte sich um einen Spion handeln!“
Ich: „Ooooh…. Aber dieser Blick!“
Lu: „Wir werden ihn im Auge behalten, darauf bestehe ich! Und außerdem werde ich einen Veritastrank brauen.“
Ich: „Ist gut, und bring einen Caipi mit. Du weißt ja: In Caipi veritas! Beeil Dich!“
Mich beschäftigen ganz andere Sachen. Aga, hat das Kleine einen Namen? Ich verstehe immer nur Quoaaark!
In dem Paket waren noch zwei Leckereien: Das berühmte „Nudossi“, auf das ich schon sehr gespannt bin, und „Bautz’ner Senf“. Hört sich auch lecker an. Ich brauche natürlich einen Vorkoster. Konnte Berlusconi dazu überreden, im Austausch für zehnmal Sex mit Naddel. (Memo an mich: Gummipuppe als Naddel verkleiden.)
Und dazu kann ich zwei Flaschen Bier trinken, hier mal wieder ein Foto. Ich sag mal Prost.
Aber nun kommt’s! Seht Euch das an. Dieses war wirklich in dem Paket!
Getrocknete Froschschenkel! Das gibt es wirklich? Das essen Leute? Quoaaark suchte jedenfalls vorsichtshalber bei Redpecker Schutz. Das Foto auf der Rückseite sieht erschütternd aus, ich erspare den sensiblen Seelen den Anblick. Nun aber frage ich Euch, was das zu bedeuten hat. Sind Frösche nicht eigentlich Verbündete der Kröten, von Lurchartigen zu Lurchartigen sozusagen? Lu meint, dass es dem Krötengeneral darum geht zu beweisen, dass er zum Äußersten entschlossen sei. Vielleicht sind das in der Dose alles Verräter? Meine Agenten? Oh nein!
Auf jeden Fall habe ich überlebt. Dafür und auch für das Puschelige, das Nahrhafte und das Flüssige vielen Dank an meinen Lieblingskonkurrenten um die Weltherrschaft!
Ich gehe übrigens streng chronologisch vor, was die Erwähnung der Geschenke betrifft. Eine terminliche Punktlandung am Dienstag gelang Blinkfeuer (natürlich! Nicht umsonst mit dem großen BigPI befreundet!). Nach dem nicht so arbeitsreichen Tag in der Irrenanstalt fand ich ein Päckchen vor und wunderte mich, da ich nichts bei Amazon bestellt hatte. Spannung!
Tadaaa!
Nun also auch noch geistige Nahrung! Und die Rätsel sind wirklich gut! Hier ein Beispiel: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s mit ihm (trotzdem) nicht völlig ungeniert.“ Fünf Buchstaben. Kann nur Rahmi sein. Oder auch dieses: „Wenn eine Mücke zum Elefanten gemacht wird, bleibt dieser Körperteil erhalten — im Prinzip jedenfalls.“ Damit kann doch eigentlich nur Berlusconis Dödelchen gemeint sein, „im Prinzip“ vorhanden, aber kaum sichtbar. „Solch Hund läßt sich damit nicht hinter dem Ofen hervorlocken — wohl aber das Herrchen.“ Nougat passt genau. Mit ‘Herrchen’ ist sicher eigentlich ‘Frauchen’ gemeint.
Habe gerade zu Berlusconi, als er wieder nach Rasputinxxl-Pillen jammerte, gesagt: „Je schrumpeliger, desto gesünder, behauptet ihr Bio-Bauer.“ Das steht da auch drin. Selbst, wenn man die Lösung nicht kennt, findet man herrliche Sätze zum Zitieren.
Auf jeden Fall wird das ein großer Rätselspaß! Genau das Richtige für lange Herbst- und Winterabende! Vielen Dank an Blinki für die gelungene Überraschung!
P. S. @Blinki: Ich konnte nicht auf die Selbstbeleidigung verzichten, aber zumindest ist sie in kleiner Schriftart.


















