Armer Tim. Der Torwart mit dem IQ einer Wiese kam im Hamburger Abendblatt denkbar schlecht weg. Nun bin ich zwar kein Tim-Wiese-Fan, aber dass er Angst vor Pfiffen haben sollte, erschien mir seltsam, da total untypisch für Tim Wiese. Man kann ihm ja viel vorwerfen, aber dass er vor Angst zitternd um einen Nichteinsatz bittet, sollte jedem, der sich auch nur ein bisschen im deutschen Fußball auskennt, gleich verdächtig vorkommen. Sportredakteuren aber scheinbar nicht, zumindest nicht allen.
Und tatsächlich: Nimmt man die Mühe auf sich und klickt sich durch einige andere Artikel in diesem Internetdingens, kommt man der Angelegenheit auf die Spur: Tim Wiese ging es um die Nationalmannschaft, für die das Auspfeifen von Mitspielern nicht förderlich sei.
Das muss wohl dieser Qualitätsjournalismus sein, von dem z. B. Herr Döpfner so oft redet, gern im Zusammenhang mit der bösen, bösen Kostenlosmentalität im Internet.
Da können wir aber von Glück sagen, dass im politischen Bereich sehr viel sorgfältiger recherchiert wird. Ganz bestimmt! Was guckt Ihr so skeptisch? Da wird doch kein Wirtschaftsminister mit positiver Berichterstattung zum beliebtesten Politiker Deutschlands hochgeschrieben. Und es gibt auch keine Interviews mit Frau von der Leyen, in denen sie nicht kritisch mit Internetsperren konfrontiert wird. Gerade der Hüpferverlag ist für knallharte Recherchen so bekannt wie Frau Merkel für glasklare Aussagen im Wahlkampf. (Ihr wollt ein Beispiel? Kein Problem. Äh… also… Ich komm später drauf zurück, okay?)
Ich freue mich, dass demnächst hoffentlich diese Perlen des Journalismus angemessen gewürdigt werden, indem wir dafür bezahlen dürfen. Schluss mit Zeitungsverlagen, die am Hungertuch nagen, weil das böse Internet dem Leser alles quasi kostenlos aufzwingt. Wir brauchen dringend eine Aktion: „Der Hüpferverlag muss (über)leben!“









