… da spekuliert man doch bei einem bestimmten Nachrichtenmagazin wild über eine Sexaffäre zwischen Lafontaine und Sahra Wagenknecht, ohne das belegen zu können, und Frau Wagenknecht hat auch nicht mit „hurra, klar, das stimmt total, er ist ja so schnuckelig und endlich enthüllt Ihr die Wahrheit über diese Superromanze!“ reagiert, sondern im Gegenteil darauf hingewiesen, dass an dem Gerücht nichts dran sei, aber das alles stört den „Spiegel“ nicht. Begründet wird die Intimitätentratscherei mit politisch hochwichtiger Relevanz, da hier die Ursache für seinen Rückzug zu finden sei, denn: Lafontaine müsse mehr Rücksicht auf seine Frau nehmen. Lafontaine und Gysi nehmen zu der Angelegenheit, zumindest lt. „Spiegel“, keine Stellung.
Und warum das alles so furchtbar, furchtbar schlimm ist? Wählertäuschung! Ohne Lafo hätte die Partei womöglich viel weniger Stimmen bekommen, lautet die Schlussfolgerung. Mag sein, mag nicht sein, pflegt ein Kollege in solchen Situationen gern zu sagen. Aber egal, ob an dem Gerücht was dran ist oder nicht, hat so etwas nichts in einer Zeitschrift zu suchen, die den Anspruch hat, ein Nachrichtenmagazin zu sein. Vom „Sturmgeschütz der Demokratie“ (R. Augstein) auf dem Weg, zum Luftgewehr der Klatschpresse zu werden — was wohl Augstein dazu sagen würde*?
Nun bin ich mal gespannt, was nächste Woche, nachdem Lafontaines Krebserkrankung bekannt wurde, dazu geschrieben wird. (Aber wer weiß, wer weiß: Hat sich der böse Lafontaine die Erkrankung womöglich nur ausgedacht, um von seiner Romanze abzulenken? Jetzt Verschwörungstheorien entwickeln, solange das Thema noch aktuell ist!)
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*Und bevor jetzt Anmerkungen der Art „Warum liest Du das Zeugs dann überhaupt?“ kommen — weil es halt ab und zu auch noch gute Artikel und Interviews gibt.








