Trink, trink…

…Brüderle, trink. Nur vielleicht nicht mehr ganz so viel, jetzt wo Sie Bundeswirtschaftsminister sind, okay?

Vielen Dank auf jeden Fall, dass Sie uns in aller Klarheit und Deutlichkeit, das möchte ich hier explizit betonen, das Wesen der sozialen Marktwirtschaft erklärt haben (sagensemal, wie viele Buddel Wein hatten Sie da intus??):

Aber ist ja nicht so, dass wir Wirtschaftskrise oder ähnliches haben, also alles nicht so schlimm und immer lustig weiter so, obwohl wir ja doch ein bisschen Krise haben, andererseits, aber wir müssen weg von der Feuerwehrkrisenbewältigung und überhaupt soll mal wieder alles so wie früher werden:

Ich fühle mich gut aufgehoben. Ihr auch?

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Tja, dumm gelaufen…

… da spekuliert man doch bei einem bestimmten Nachrichtenmagazin wild über eine Sexaffäre zwischen Lafontaine und Sahra Wagenknecht, ohne das belegen zu können, und Frau Wagenknecht hat auch nicht mit „hurra, klar, das stimmt total, er ist ja so schnuckelig und endlich enthüllt Ihr die Wahrheit über diese Superromanze!“ reagiert, sondern im Gegenteil darauf hingewiesen, dass an dem Gerücht nichts dran sei, aber das alles stört den „Spiegel“ nicht. Begründet wird die Intimitätentratscherei mit politisch hochwichtiger Relevanz, da hier die Ursache für seinen Rückzug zu finden sei, denn: Lafontaine müsse mehr Rücksicht auf seine Frau nehmen. Lafontaine und Gysi nehmen zu der Angelegenheit, zumindest lt. „Spiegel“, keine Stellung.

Und warum das alles so furchtbar, furchtbar schlimm ist? Wählertäuschung! Ohne Lafo hätte die Partei womöglich viel weniger Stimmen bekommen, lautet die Schlussfolgerung. Mag sein, mag nicht sein, pflegt ein Kollege in solchen Situationen gern zu sagen. Aber egal, ob an dem Gerücht was dran ist oder nicht, hat so etwas nichts in einer Zeitschrift zu suchen, die den Anspruch hat, ein Nachrichtenmagazin zu sein. Vom „Sturmgeschütz der Demokratie“ (R. Augstein) auf dem Weg, zum Luftgewehr der Klatschpresse zu werden — was wohl Augstein dazu sagen würde*?

Nun bin ich mal gespannt, was nächste Woche, nachdem Lafontaines Krebserkrankung bekannt wurde, dazu geschrieben wird. (Aber wer weiß, wer weiß: Hat sich der böse Lafontaine die Erkrankung womöglich nur ausgedacht, um von seiner Romanze abzulenken? Jetzt Verschwörungstheorien entwickeln, solange das Thema noch aktuell ist!)

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*Und bevor jetzt Anmerkungen der Art „Warum liest Du das Zeugs dann überhaupt?“ kommen — weil es halt ab und zu auch noch gute Artikel und Interviews  gibt.

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Brüderle, Opel und die verdammte GM-Bande

«Ein solcher Umgang mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern acht Wochen vor Weihnachten ist in keiner Weise hinnehmbar.» (Quelle.)

Sprach unser neuer Wirtschaftsminister. Endlich mal jemand, der den Durchblick hat. Ihr hättet echt noch 8 Wochen warten können, liebe GM-Manager. Nun muss sich Brüderle mit dieser Angelegenheit beschäftigen, anstatt für seine Lieben in Ruhe Weihnachtsgeschenke aussuchen zu dürfen. Seht Ihr die Tragik??? Seht Ihr sie??? Verdammte Bande! Das hat ihm doch vorher niemand gesagt, dass Wirtschaftsminister so in Stress ausarten kann!

Nach Weihnachten könnt Ihr dann mit den Arbeitnehmern umspringen wie Ihr wollt.

Herr Brüderle, essen Sie doch einfach mal mehr Fisch. Das steigert die Intelligenz, das ist sogar wissenschaftlich erwiesen, habe ich neulich irgendwo gelesen. (Blinkfeuer wird Ihnen das gern bestätigen, also dass Fisch die Intelligenz steigert, nicht dass ich das irgendwo gelesen habe, denn das kann er gar nicht wissen, weil er nicht dabei war, aber das nur am Rande.) Ich lasse Ihnen da mal was zukommen, nicht wundern, wenn der Absender Rahm Emanuel ist, das hat schon seine Richtigkeit. Vertrauen Sie mir.

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Is’ richtig…

Gerade habe ich diese Petition entdeckt. Zitat:

Mit der Eingabe soll erreicht werden, dass Minister/innen und der/die Bundeskanzler/in ein Gehalt bekommen, wie es in der freien Wirtschaft gezahlt wird.

Genau! Denn:

Durch gerechte Bezahlung von der Führungsebene findet Deutschland wieder kompetente Führungskräfte der 1. Reihe. Nur die Besten der Besten können Deutschland richtig führen.

So isses — die Höchstbezahlten sind auch die Besten. Sieht man ja immer wieder. Super, ich freue mich schon darauf, wenn Thomas Middelhoff, Wendelin Wiedeking, Hans Berger, Edzard Reuter, Hartmut Mehdorn usw. die Regierung übernehmen und den Laden endlich in Schwung bringen.

Bleibt noch die Frage: Wer zahlt die wichtigen Abfindungen und Pensionen für diese Bestenbesten, wenn Deutschland endgültig pleite ist?

Kommen wir zu einer anderen Petition: Diese hier. Gefunden habe ich sie bei Tom. Und noch mehr kann man hier darüber erfahren: Sanktionen wegbloggen. Tom und die Initiatoren haben schon so gut darüber geschrieben, dass ich gar nicht mehr viel hinzufügen kann. Sicher werden auch viele auf dem Standpunkt stehen: „Selbst schuld, wenn sie keine zumutbare Arbeit annehmen“, aber zum Einen kann man sich streiten, was denn als „zumutbar“ gilt, und zum Anderen: Warum eigentlich immer auf die, die eh schon wenig haben, während in der Finanzbranche schon wieder fröhlich pfeifend fast so risikobereit wie vor der Krise agiert wird? — Und Hartz IV kann heutzutage fast jeden treffen (außer Menschen, die, sei es verdient oder auch durch viel Glück, so viel Geld haben, dass sie sorgenfrei bis ans Ende ihrer Tage leben können).

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Wohin mit…

… den NPDeppen? Diese Frage beschäftigt mich schon länger. Das habt Ihr sicher alle mitbekommen. Hähnel, der vermutlich so heißt, weil er den IQ eines zu lange gebratenen halben Hähnchens hat, sowie seine Spießgesellen schreien geradezu nach einem Beauftragten für die Überführung der Denk-Abstinenzler nach… ja, wohin denn bloß?

Anderen Ländern kann man die Aufnahme dieser Gestalten kaum zumuten. Selbst Iran und Nordkorea sind keine Alternative, diese würden nur ihre Atomwaffenpläne forcieren und uns als Rache in Schutt und Asche bomben.

Eine unbesiedelte Insel? Nein, mit diesen Kreaturen möchten wir keinen Quadratmeter unberührte Natur verseuchen.

Asse, Gorleben o. ä.? Ich weiß nicht… Dass die Anwohner dort in der Nähe einige Millionen von Jahren mit strahlendem Atommüll leben müssen, ist die eine Sache; eine ganz andere wäre das Einlagern von mit Dummheit, Ignoranz, Fanatismus und Widerlichkeit kontaminierten Materialien. Ein heftiger Aufstand wäre vermutlich die Folge.

Es scheint also, als werden wir diese Intelligenzminimalisten nicht los. Wir könnten ihnen aber zumindest zeigen, dass wir, die Deutschen, was gelernt haben und sie zumindest politisch in der Versenkung verschwinden sehen möchten. Ein Weg dazu wäre es, zur Wahl zu gehen und eine demokratische Partei zu wählen, welche auch immer. (NPDeppen und DVolldeppenUnion sind keine demokratischen Parteien, allerhöchstens auf dem Papier, aber nicht in der Realität. Selbiges gilt für die Depp-Reps, die gehören ebenso in die „Für Leute mit mindestens einer intakten Gehirnzelle natürlich unwählbar“-Kategorie.) Damit wird automatisch jede Stimme für diese braune Blödbrut weniger wert, da sie im prozentualen Anteil an Gewicht verliert.

Übrigens (Auszug aus Wikipedia):

Um am System der staatlichen Teilfinanzierung teilzunehmen, muss eine Partei bei der letzten Bundestagswahl oder Europawahl mindestens 0,5 % der gültigen Stimmen oder bei einer der jeweils letzten Landtagswahlen 1,0 % der gültigen Stimmen erhalten haben.

Wäre es nicht ein Traum, durch hohe Wahlbeteiligung diese Parteien unter die 0,5-Prozent-Grenze zu drücken? Hey, bei aller Politikverdrossenheit, DAS ist doch auf jeden Fall ein Grund, wählen zu gehen, oder? Senden wir diesen Hohlhirnen die Botschaft, dass sie mit ihrer verdammten Hetzerei und ihren plumpen Parolen nicht erwünscht sind. Zwar laufen diese Parteien sowieso schon seit langem auf Bundesebene unter ‘ferner liefen’, aber es geht immer noch weniger.

Ich würde mich freuen, wenn sich die noch Unentschlossenen aufraffen und am Sonntag zur Wahl gehen. Und wenn Ihr den etablierten Parteien unbedingt den berühmten Denkzettel verpassen wollt, dann wählt halt eine von den demokratischen Winzparteien, und wenn’s eine von den „Schrägen“ ist… :-) Die Stimme ist insofern nicht verschenkt, weil sie die Wahlbeteiligung erhöht und… ach, habe ich ja oben schon erklärt.

Für Singles: Man kann im Wahllokal sogar nette Leute kennenlernen. ;-)

Also ab mit den Faschisten in die Versenkung!

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Fröhliches Durcheinanderquasseln…

… mit Michel Friedman, Ursula Engelen-Kefer (SPD-Präsidiumsmitglied) und Martin Lindner (Berliner FDP-Fraktionschef und Spitzenkandidat für den Bundestag).

Mal davon abgesehen, dass die Unsitte des Nichtausredenlassens hier besonders gut gedeiht und einem von den überlagernden Stimmen teilweise die Ohren schmerzen (ich hoffe nur, dass sich nicht ausgerechnet jemand von diesen Dreien über die „unhöfliche Jugend von heute“ mokiert) ist besonders interessant, was Martin Lindner vorschlägt. Zunächst erkannte er in seiner unendlichen Weisheit:

„Wir haben faktisch einen Mindestlohn — der Mindestlohn ist Hartz IV!“

Ahaaa! Das geht so aber nicht, die FDP ist doch gegen Mindestlöhne! Also betont Herr Lindner, dass es nötig sei, den Hartz-IV-Satz um „bis zu dreißig Prozent zu senken“. Es könne ja nicht angehen, dass Menschen, die keine Lust haben zu arbeiten, genauso viel Geld überwiesen bekämen wie ein Busfahrer, der sich morgens früh aus dem Bett schwingt, um fleißig zu schaffen. Ein Busfahrer verdient also kaum mehr als den Hartz-IV-Regelsatz? Interessant. Auch andere Angestellte, „vor allem im Dienstleistungssektor“, spricht er kurz an.

„…die Krankenschwester, die Hebamme, der Polizist o. ä., der verdient heute kaum mehr was als ein Sozialhilfeempfänger…“

So, so. Das ist natürlich wirklich gemein. Eine Krankenschwester könne ja ihre Familie nicht mehr ernähren. Es wird immer trauriger. Aber Hilfe naht: Wie brillant ist es doch, dann einfach den Hartz-IV-Satz zu senken! Schwupps — schon verdienen die Krankenschwester und auch die Hebamme und der Polizist ganz viel mehr als so ein Hartzling! Und nicht, dass es jetzt heißt, der Herr Lindner sei ein kaltherziger Mensch. Natürlich müssten den Hartz-IV-Empfängern Angebote gemacht werden, auch auf kommunaler Ebene. Das wurde leider nicht detaillierter ausgeführt, aber es ist ja allgemein bekannt, dass die meisten Kommunen wahnsinnig viel Geld auf der hohen Kante haben und sicher nur darauf warten, allen arbeitslosen Menschen ein Jobangebot zu unterbreiten.

Kann nach all diesen Maßnahmen denn die Krankenschwester ihre Familie besser ernähren, nun nachdem sie so viel mehr als ein Hartz-IV-Empfänger verdienen wird, obwohl immer noch dieselbe Zahl auf der Gehaltsabrechnung steht? Sicher doch! Wenn sie einfach die Hebamme heiratet (zwei Gehälter sind mehr als eins) und ein Kind aus Afrika adoptiert, denn die sind daran gewöhnt, nicht so viel zu essen. (Das hat jetzt nicht der Herr Lindner so gesagt, ich erlaube mir nur, ihm da argumentativ etwas unter die Arme zu greifen.) Außerdem will die FDP ja die Steuern reduzieren, da wird für die Krankenschwester womöglich sogar richtiger Luxus möglich sein.“Leistung muss sich lohnen“, heißt nämlich das Motto von Herrn Dr. Lindner, das steht so auf seinen Wahlplakaten. Auf seiner Homepage verkündet er außerdem, dass er für „Freiheit, Marktwirtschaft und Wettbewerb“ kämpfe. Wohlgemerkt: Für Marktwirtschaft ohne „soziale“ davor. Und Berlin dürfe nicht nur von Staatsapologeten, Gleichmachern und Jammerlappen vertreten werden!

Was für ein Spaß wir mit Schwarz-Gelb haben werden. FDP — die Partei für Busfahrer, Krankenschwestern und Hebammen. Ich glaube, ich werde umschulen, damit ich auch so gut vertreten werde… Hebamme liegt mir quasi im Blut.

Hier noch ein Artikel dazu.

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Wunder gibt es immer wieder, allerdings nicht hier

Bitte erst lesen und wundern, falls Ihr Euch überhaupt noch über etwas in diesem unseren Lande wundern könnt…

Kurzum: Manche Banker sind so großartig und wichtig, dass es nicht zumutbar ist, ihr Gehalt auf läppische 500.000 Euro zu begrenzen. Ich bin beruhigt. Sonst müssten die Guten und ihre Familien womöglich darben. 500.000 Euro für Bankmanager, das ist so eine Art verschärftes Hartz IV in diesen Kreisen.

Aber das wollen einige einfach nicht verstehen. Lest Euch mal folgende fiktive Diskussion durch. Personen: Ein Topmanager, im folgenden nur Manager genannt, und eine Person, die den Glauben an soziale Gerechtigkeit scheinbar immer noch nicht ganz verloren hat, im Dialog nur Träumerin genannt.

Träumerin: Sagen Sie mal, können Sie verstehen, dass angesichts Ihres Verhaltens einige Menschen fragen, ob Sie noch alle Limetten im Glas haben?

Manager: Nein, wieso? Qualität kostet. Soll ich die Bank retten oder wollen Sie einen unfähigen, unterbezahlten Mann an meine Stelle setzen und sämtliche Arbeitsplätze verlieren? Außerdem: Wissen Sie eigentlich was Elite-Internate kosten? Haben Sie Kinder? Natürlich nicht, dann würden Sie nicht so dumm daherreden!

Träumerin: Wie schwer ist es denn eigentlich, so eine Bank zu leiten, wenn einem der Staat die Millionen zuschanzt und man die faulen Kredite in eine Bad Bank schieben kann?

Manager: Mir gefällt Ihr Unterton nicht! Bankmanager kann nicht jeder!

Träumerin: Okay, dann eine andere Frage. Viele der Angestellten mussten unter der Wirtschaftskrise leiden, Gehaltseinbußen oder sogar Jobverlust hinnehmen. Wäre es da nicht möglich, aus diesem Grunde das Gehalt freiwillig auf 500.000 Euro zu beschränken? Das sind immerhin fast 1 Mio Mark. Oder alles, was über 500.000 Euro liegt zumindest für einen guten Zweck zu spenden? Herr Blessing von der Commerzbank akzeptiert die Begrenzung doch auch und hat Verständnis dafür.

Manager: Sie haben nichts begriffen, oder? Kennen Sie nicht das Motto des Raubtierkapitalismus? „Nimm, was Du kriegen kannst, und Dir wird gegeben werden.“ Was kann ich dafür, dass es so viele Menschen gibt, die nicht im Top-Management beschäftigt sind? Dafür kann ich nicht die Verantwortung übernehmen.

Träumerin: Aber auch die Topmanager wären nichts ohne das Heer von Arbeitern und Angestellten, so eine Firma funktioniert doch nur, wenn alle mitziehen. Und es wäre ein positives Zeichen, wenn Sie aus solidarischen Gründen auf einen Teil Ihres Gehaltes…

Manager: „Halten Sie den Mund! Dieses Geschwafel höre ich mir nicht länger an, ich habe eine Bank zu leiten! Gehen Sie doch nach Kuba, wenn es Ihnen hier nicht gefällt! Schade, dass es die DDR nicht mehr gibt!

Träumerin: Ich brauche jetzt dringend einen Mojito.

(Ähnlichkeiten mit real existierenden Gierlappen sind beabsichtigt und ganz unzufällig. Wohl wissend, dass sie ihre Argumente in Wirklichkeit mit viel mehr Sprachkosmetik versehen.)

Juchuuu, Deutschland Deine Manager… Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich nicht alle Manager für rücksichtslose, egoistische Typen halte, es gibt auch andere. Aber von der ersten Sorte laufen für meinen Geschmack immer noch viel zu viele herum. Vielleicht wäre es ja hilfreich, wenn auch mal welche von den Guten häufiger in die Presse kommen, vielleicht merkt die Kategorie „rücksichtslos-dreist“ dann mal was?! Antwortmöglichkeiten: a) Hihi, guter Witz! b) Nein. c) Ach, Quatsch. d) Träum weiter.

Was ich mich schon seit langem frage (schon lange, bevor die Wirtschaftskrise kam): Die meisten Manager haben ihre exorbitant hohen Vergütungen immer mit der „immens hohen Verantwortung“ begründet. Wo tragen sie denn nun die Verantwortung? Gab es auch nur einen Bankmanager, der etwas von seinem reichlich verdienten Geld wieder zurückzahlen musste? Wurde auch nur einem die Villa gepfändet? Im Gegenteil, einige bestanden sogar noch dreist auf hohen Pensionszahlungen.

Und streng rechtlich gesehen, sind sie sogar im Recht. Enteignungen sind nun mal nicht so eben möglich, und die Pensionszahlungen? Tja, wenn es dafür Verträge gibt…

Ich würde hier von der Politik erwarten, dass so etwas mal in dem Sinne geregelt wird, dass das große Risiko, von denen die Manager immer als Begründung geschwafelt haben, wirklich eins wird und eben auch mal Topmanagern nach Missmanagement Hartz IV droht, oder diese extrem unverhältnismäßig hohen Zahlungen werden von vorneherein unterbunden. Gute Manager sollen gut verdienen, damit habe ich überhaupt kein Problem! Aber womit sind zweistellige Millionengehälter gerechtfertigt? Das kann gar nicht mehr im Verhältnis zur Leistung stehen.

Ein Gesetz, das etwas in die Richtung geht, wurde ja nun verabschiedet. Ich hätte das noch schärfer gestaltet, aber egal, warten wir halt meine Weltherrschaft ab, muahahaha…

Zum Schluss noch ein Argument, das man auch häufiger hört: In der Gesamtheit fallen die hohen Managergehälter nicht ins Gewicht (gern auch mal im Zusammenhang mit Themen wie Reichensteuer u. ä. verwendet). In Relation mit der Staatsverschuldung gesetzt, mag das stimmen. Für soziale Projekte sind aber 1000 Euro schon viel Geld. Und hier wird von der Politik gern mal gekürzt. Oder auch: Wie viele Klassenzimmer könnte man mit 5000 Euro renovieren? Das Gesundheitswesen wird systematisch kaputtreformiert, da sind so viele Millionen nicht mehr über und werden es in Zukunft erst recht nicht sein… Der „Witz“, wenn man es so nennen will, ist ja, dass z. B. in Sachen Gesundheitssystem schon von anderen Staaten vorgelebt wurde, wie man es in den Ruin führt, und wir begehen die gleichen Fehler trotzdem fröhlich lächelnd und erfinden noch einige neue dazu, Kreativlinge, die wir sind. Nicht wahr, Frau Grinse-Ulla? Aber genug davon für heute, ich möchte diesen Beitrag mit einer Blogempfehlung abschließen: Hoppel hat seinen Blog „Sozialfragen“ reaktiviert. Hoppel ist ja der Hasengeneral im Elite-Team. Er schreibt dort, was er alles bei seiner Sozialberatung erlebt und schreibt ab und zu kluge Artikel zur Wirtschaftslage.

Hey, habt Ihr’s gemerkt? Ein total schweinkramfreier Beitrag! Und sogar ohne Selbstbeleidigung!

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Und dann war da noch…

… Seehofer, der sprach:

„Irren ist menschlich, aber immer irren ist sozialdemokratisch.“

(Quelle.)

Aha, Wahlkampf. Keiner rechnet ernsthaft damit, dass wir von platten Sprüchen verschont bleiben werden, aber ein wenig mehr Niveau wäre doch nett… So ein ganz kleines bisschen? Vielleicht auch mal was zur Sache, anstatt plump zu beleidigen. Nein? Wirklich nicht?

Okay. Dann nimm das, Horst!

„Ab und zu dummes Zeug zu reden ist menschlich, aber ständig geistigen Sondermüll zu produzieren ist christlichsozialunionistisch.“

Das wird wieder ein spaßiger Wahlkampf… böserBlick

Ich sage dann mal gute Nacht.

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Ach, SPD

Gerade lese ich das Interview mit Peer Steinbrück im „Spiegel“. Antwort auf die Frage nach einem SPD-Wahlplakat, das Westerwelle als Mann für die Finanzhaie dargestellt hat:

„Über Plakate kann man immer streiten. Ich halte es für durchaus legitim, einen Negativwahlkampf zu führen. Die CDU hat das in früheren Jahren auch schon gemacht. Ich erinnere nur an: ‘Alle Wege führen nach Moskau!’“

:-(

Und weil die CDU das in früheren Jahren gemacht hat, ist es in Ordnung und soll die Wähler überzeugen? Zurück in die Vergangenheit der 1950er Jahre? Auf ein erbärmliches Niveau herabsinken, weil „andere das auch mal gemacht haben“?

SPD, ach, SPD.

Bild mit Symbolcharakter? Auflösungserscheinungen.

Roter_Salon

„Darf ich Sie in den Roten Salon bitten, werte Herrschaften?“ Geht die SPD vornehm zugrunde?

(Es ist nicht so, dass es nicht genug Material auch von CDU, CSU, FDP… zum „Draufkloppen“ gäbe. Aber bei der SPD schmerzt es besonders, weil doch hier der Anspruch vertreten ist, sozialer, gerechter, besser zu sein, anstatt Negativkampagnen zu fahren. Ich möchte eine Partei sehen, die sich auf inhaltliche Auseinandersetzungen konzentriert, verdammt noch mal!)

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Monster hilft! Heute: SPD

Nachdem ich den Caipiabend um eine Woche verschieben musste, habe ich etwas Kapazitäten frei, um meinen künftigen Untertanen zu helfen. Mich erreichte ein Hilferuf von Münte, wie immer kurz und knapp („Hilfe! Der SPD geht’s schlecht!“), und da will ich mal nicht so sein. Zeit eine neue Ratgeberrunde zu starten, die sich schwerpunktmäßig damit beschäftigt, deutschen Parteien rechtzeitig zur Bundestagswahl mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. OK, mit Taten wohl eher weniger…

Ausgangslage: Die SPD wandelt sich rasant von einer Volkspartei zu einem kleinen Bestandteil der „Sonstigen“. Hier muss Einhalt geboten werden.

Zitat Münte: „Wer gewinnen will, muss gewinnen wollen!“

Ach?! Ein echter Münte. Außerdem kennt er sich in der Historie gut aus: „Der Bundeskanzler hieß Kiesinger und der bekam eine Zustimmung von 45 %. Der Außenminister hieß damals Willy Brandt und der bekam eine Zustimmung von 15 %. Eins fünf. Und dann kam die Wahl und dann kam alles ganz anders.“

Das Problem: Damals gab’s die griffigen Slogans „Willy wählen“ und „Mehr Demokratie wagen“. Der Slogan „Frank-Walter wählen“ geht jedoch leider gar nicht. Da fehlt die Alliteration. (Hier ist übrigens die FDP mit „Westi wählen“ klar im Vorteil. Würde die Partei nun noch Westerfönwelle durch einen niedlichen Westi ersetzen, gewönne sie sogar an Weisheit und Kompetenz reichlich hinzu, aber das ist heute nicht unser Thema.) Mit „Mehr Demokratie wagen“ gewinnt man heutzutage vielleicht einen Blumentopf, aber Blumentöpfe sind nicht wahlberechtigt, hilft also auch nichts.

Die Lösung: Von Ahmadinedschad lernen, heißt Wahlen manipulieren lernen.

Das Problem: Für das Manipulieren von Wahlen braucht man genug überzeugte, engagierte Mitstreiter mit einem Hauch (oder auch mehr) von Fanatismus. Hat die SPD nicht.

Die Lösung: Ganz viel Limetten, Cachaca usw. kaufen. Dann hat das Frustsaufen nach der Wahl zumindest brasilianisches Flair. Auf Sambalivemusik sollte jedoch verzichtet werden, Sie müssen sparen, denn denken Sie daran, dass Sie nicht mehr allzu viel Wahlkampfkostenerstattung bekommen werden, Herr Müntefering.

In unserer nächsten Folge unserer Reihe „Parteienhilfe zur Bundestagswahl“ beschäftigen wir uns mit dem Hilferuf: „Hilfe, unser Parteivorsitzender geht andauernd fremd, dabei sind wir doch eine Partei, die deutsche Tugenden wie Treue, Anstand, bla-bla in Ehren hält. Warum kann Horst nicht Waffendeals einfädeln, wie andere normale Parteivorsitzende auch?“ Usw. Absender ist eine gewisse CSU.

Und nun noch zu etwas ganz anderem, gänzlich unpolitischem: Hier ein weiterer Tätschelaward, dieses Mal für Welt des Wissens, ehrlich verdient durch das Bemerken meines riesigen Caipiglases in einem Foto! Herzlichen Glückwunsch und tätschel-tätschel! :-)

Tätschel_WdW

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