Eine neue Folge der Schwoap „Schweine! Schweine! Wege zum Filetstück!“ wurde gestern abgedreht. Wie immer habe ich brandaktuelle Berichte vom Set vorliegen. Die Drehbuchautorin hat es sich in den Kopf gesetzt, dass die Schwoap, diese Mischung aus Schweinkram und Soap, politische Relevanz enthalten soll. So ist es kein Wunder, dass zur Zeit ein Wahlkampf zwischen einer gewissen Ängie Ferkel und einem Fränkie Schweinmeier läuft.
Szene: Ein Fernsehstudio mit der Amtsinhaberin Ängie Ferkel und dem Herausforderer Fränkie Schweinmeier. Außerdem ein Haufen Moderatoren, denn jeder TV-Sender durfte seinen besten Schpornodarsteller senden. (Schporno = Schweineporno.)
Die Moderatoren:
Und die Duellanten:
Links die entzückende Ängie Ferkel, rechts der puschelige Fränkie Schweinmeier. (Für ein Stehpult war kein Geld mehr da. Rübenbrei TV ist noch ein sehr armer Sender.)
Einer der Moderatoren eröffnet die Sendung schwungvoll.
Moderator 1: „Guten Abend! Lassen Sie mich gleich schwungvoll loslegen, damit Leben in den Saustall kommt! Herr Schweinsteiger, glauben Sie wirklich, dass Ihr Verein wider alle Erwartungen einen Titel gewinnt?“
Schweinmeier: „Lassen Sie mich zunächst zum Ausdruck bringen, dass die Zusammenarbeit in der Großen Koalition mit Frau Ferkel sehr gut war und dass…“
Moderator 2 (flüsternd zu Moderator 1): „Psst, das ist hier kein Fußball, das ist Schweinmeier, dieser Politiker, der Kanzler werden will!“
Schweinmeier (lässt sich nicht vom Flüstern stören, sondern redet unbeirrt weiter): „…harmonische Zusammenarbeit, wie ich sie noch nie erlebt habe…“
Moderator 3: „Nun mal Buletten bei die Steaks! Warum sind Sie der bessere Kanzler?“
Schweinmeier (leicht erschrocken): „Bin ich das? Oh, äh… ja. Weil ich der bessere bin. Deshalb. Aber Ängie ist eine hervorragende Kanzlerin, die beste.“
Moderator 4: „Frau Ferkel, nun aber Sie! Warum sind Sie die bessere Regierungschefin, warum ist Schweinmeier nicht so geeignet?“
Ferkel: „Lassen Sie mich zunächst sagen, dass die Zusammenarbeit mit Herrn Schweinmeier eine sehr gute war. Natürlich unter meiner Leitung. Säue an die Macht!“
Moderator 1 (murmelt: Ist das langweilig, kein Fußball): „Schlafen Sie zusammen?“
Schweinmeier: „Lassen Sie mich in aller Entschiedenheit betonen: Das ist nicht nötig, um erfolgreich zum Wohle des Stimmborstenviehs… ähm… der Bürger zusammenzuarbeiten.“
Ferkel: „Unsere gute Zusammenarbeit beruht nicht in erster Linie auf…“
Moderator 87 (fällt Ängie ins Wort): „Frau Ferkel, Tacheles, bitte. Was sind die Fakten, wo sind die Gegensätze?“
Ferkel (leicht indigniert): „Ich antworte so, wie ich es mir vorgenommen und auswendig gelernt habe! Fakt ist, dass Herr Schweinmeier und ich gute Arbeit gemacht haben.“
Moderator 6: „Kommen wir zur Wirtschaftskrise. Herr Schweinmeier, da war doch irgendwas?“
Schweinmeier: „Ja? Stimmt, da war was. Aber nichts, was wir nicht im harmonischen Miteinander lösen konnten. Lassen Sie mich betonen, dass ich davon zutiefst überzeugt bin.“
Moderator 2 (seufzend): „Gut, dass wir kein Publikum im Studio haben, ansonsten würden die Schnarchgeräusche das Gespräch übertönen! Herr Schweinmeier, beim Thema Mindestsex gab es sehr wohl Differenzen mit der Kanzlerin!“
Schweinmeier: „In aller Deutlichkeit: Ich bin für Mindestsex für alle.“
Moderator 56: „Frau Ferkel, welche Stellung bevorzugen Sie?“
Ferkel: „Bundeskanzlerin natürlich, aber lassen Sie mich zunächst auf Herrn Schweinmeier antworten. Mindestsex für alle Schweinegruppen zu vereinheitlichen, kann nicht der effizienteste Weg zu mehr Wachstum sein. Unser Weg, den wir in der wunderbaren Koalition beschlossen haben, eine Kommission zu gründen, die wiederum für jede Sparte einen Arbeitskreis gründet, der externe Berater engagiert, um zu entscheiden, für welche Berufsgruppen welcher Mindestsex adäquat ist, war der richtige Weg, der auch von Herrn Schweinmeier mitgetragen wurde. Einheitlicher Mindestsex für alle schadet der Wirtschaft, denn…“
Moderator 56: „Frau Ferkel, Sie wiederholen sich.“
Ferkel: „Nun lassen Sie mich gefälligst ausquieken! Unverschämtheit! Ob ich mich wiederhole, wollen wir doch den Zuschauern überlassen!“
Schweinmeier: „Ich fordere einen Praktikumsplatz für jeden!“
Ferkel: „Aber bitte bedenken Sie, dass wir nicht jeder Praktikantin einen Bill Clinton, Rahm Emanuel oder BigPI zur Verfügung stellen können! Ein Praktikumsplatz für jeden, ich bitte Sie, das sind Forderungen wie von der Linkspartei, ja möchten Sie diese denn links überholen?“
Schweinmeier: Schiebt Frau Ferkel heimlich einen Zettel herüber.
Moderator 1: „Frau Ferkel, wer wird nächstes Jahr Fußballweltmeister?“
Ferkel (abgelenkt): „Die CDU natürlich, denn wir haben die Kraft und den Saft!“
Schweinmeier (überraschend angriffslustig): „Mit einer schwarzschweinegelben Koalition wäre Schwopel nicht gerettet worden!“ (Anm.: Schwopel ist ein riesengroßes Schweinetransportunternehmen, welches in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet.)
Ferkel: „Aber Herr Schweinmeier, wir haben doch Schwopel so schön zusammen gerettet.“
Schweinmeier: „Oh, mein Gott, was habe ich gesagt? Natürlich! Entschuldigen Sie! Mein Berater hat mir den falschen Text aufgeschrieben! Ich werde ihm eine Eskorte zum Metzger spendieren! Hier, sehen Sie? Da steht’s: ‘Extrem angriffslustig sagen, dass Schwopel mit einer schwarz-schweinegelben Koalition nicht gerettet worden wäre.’“
Moderator 9: „Wie sehen denn die Sprechzeiten der beiden Duellanten aus, wie lange haben die bisher geredet?“
Moderator 69: „Viel zu viel! Beide! Jetzt Gangbang?“
Moderator 9: „Nein, uns fehlen noch die Themen Managergehälter, Steuern und Gesundheit.“
Moderator 8: „Danke, aber ich habe gar nicht geniest.“
Ferkel: „Die Managergehälter sind unanständig hoch. Lassen Sie mich in aller Deutlichkeit betonen, und das sage ich Ihnen in voller Überzeugung, und da können Sie mich gern beim Wort nehmen: Die Managergehälter sind zu hoch, jedenfalls einige, selbstverständlich kann hier nicht verallgemeinert werden.“
Schweinmeier: „Die Managergehälter müssen begrenzt werden.“
Moderator 12: „Die Kernenergie! Wir haben die verdammte Kernenergie vergessen!“
Ferkel: „Das ist nicht so schlimm. Die Energiekonzerne werden daran denken.“
Moderator 12: „Ausstieg 2010, 2012, 2021 oder gar nicht?“
Schweinmeier: „Mit der Schweindemokratischen Partei wird es keinen Ausstieg aus dem Ausstieg geben. Dafür verbürge ich mich. Ich bitte um Ihre Unterstützung mit Ihrer Stimme, um Schwarz-Schweinegelb zu verhindern.“
Ferkel: „Mit mir doch auch nicht, die Kernenergie ist eine Übergangslösung, bis die Energiekonzerne eine andere sprudelnde Geldquelle… oh, ich meine… Über diese Brücke können Sie gehen, auf diese Energie können Sie bauen, damit können Sie herumsauen.“
Schweinmeier: „Unverantwortlich. Aber bitte nicht böse mit mir sein, ja?“
Ferkel: Schiebt Schweinmeier einen Zettel herüber.
Moderator 1: „Sie sind ja wie ein altes Ehepaar, das wird wohl eine Fortführung der Großen Koalition, anstatt dass es zu Schwarz-Schweinegelbsucht kommt?“
Ferkel (entrüstet): „Regieren ist eine ernsthafte Angelegenheit, da sind solche Wortspielchen fehl am Platze! Das muss ich mal sagen dürfen, das mögen die Zuschauer entscheiden, lassen Sie mich ausqieken…“
Moderator 3: „Wo ist denn da der Ausschaltknopf? Ich schalte mal herüber zu ‘Ratgeber Technik’ oder zu Jörg Schönenborn… Jörg, alte Schwarte, wer hat denn das Duell gewonnen?“
Schönenborn: „Chrr… bss… Wassn fürn Duell… Oh, ach so, ich bin auf Sendung? Ein klares Unentschieden! Gemeinsam 14 Millionen Zuschauer in den Schlaf begleitet, so lautet das aktuelle Zwischenergebnis.“
Moderator 1: „Super! Wenn alle schlafen, schalten wir hier das Licht aus. Gute Nacht, Deutschland!“
Moderatoren verlassen das Studio. Ängie und Fränkie gucken sich zufrieden an.
Ferkel: „Diese Moderatoren haben uns ganz schön zugesetzt, aber wir haben es ihnen gezeigt.“
Schweinmeier: „Ja, diese kritischen Fragen waren eine Zumutung, aber dank unserer guten Zusammenarbeit ist es uns gelungen, auch diese Herausforderung zu bestehen.“
Ferkel und Schweinmeier machen danach noch Schweinkram in dem leeren Studio (es ist immerhin eine Schwoap, es wird aber nicht alles gezeigt, denn es ist kein Schporno!), während aus dem Off eine Stimme mit unheilvollem Unterton ertönt: „Also wenn die Sepplhosen dieses Jahr einen Titel holen, werde ich aber verdammt schlechte Laune kriegen!“

































